Elementor oder eigener Code? Wofür Sie beim Preisunterschied wirklich zahlen
Kurz gefasst. Elementor ist kein schlechtes Werkzeug und reicht einer kleinen Website mit einfachem Inhalt oft völlig aus, auch wenn laut HTTP Archive nur 36 % der Elementor-Websites mobil gute Core Web Vitals haben, gegenüber 53 % aller Websites. Die Entscheidung ändert sich, wenn die Website Aufträge bringen und über Jahre gepflegt und erweitert werden soll. Wenn Sie Angebote für die Webentwicklung vergleichen, rechnen Sie mit den Kosten über drei Jahre und nicht nur mit dem Startpreis.
Warum zwei Anbieter so unterschiedliche Preise nennen
Ein Page Builder ist ein visueller Editor. Die Website wird aus fertigen Blöcken zusammengesetzt und steht deshalb schnell. Darum ist sie meist günstiger, und daran ist nichts verdächtig.
Bei eigenem Code schreibt ein Entwickler genau das, was diese Website braucht. Wir nutzen dafür WordPress mit Bedrock und dem Sage-Theme. Das dauert länger und kostet deshalb mehr. Beide Websites können gleich gut aussehen. Der Unterschied zeigt sich bei Geschwindigkeit, Wartung und der ersten größeren Änderung.
| Page Builder | Eigener Code | |
|---|---|---|
| Start | schneller und günstiger | langsamer und teurer |
| Inhaltsänderungen | meist selbst per Klick möglich | nach Absprache, je nachdem, was bearbeitbar ist |
| Code auf der Seite | universell, mehr verschachtelte Elemente | nur das, was die Seite nutzt |
| Geschwindigkeit | hängt von Disziplin, Add-ons und Hosting ab | hängt von Entwickler und Hosting ab |
| Abhängigkeit | vom Builder, seinen Add-ons und Lizenzen | vom Entwickler und der Dokumentation |
Ein guter Entwickler kann auch mit Elementor eine schnelle Website bauen. Ein schwacher verdirbt auch eigenen Code. Das Werkzeug allein garantiert nichts, fragen Sie deshalb nach dem Ergebnis.
Geschwindigkeit: was die öffentlichen Daten zeigen
HTTP Archive vergleicht Technologien öffentlich anhand von Daten echter Chrome-Nutzer. Das ist der Anteil der Websites mit gutem Ergebnis auf dem Smartphone im September 2026:
| Technologie | Core Web Vitals gesamt | Laden (LCP) | Reaktion (INP) | Server (TTFB) |
|---|---|---|---|---|
| Alle Websites | 53 % | 66 % | 79 % | 46 % |
| WordPress gesamt | 48 % | 55 % | 90 % | 23 % |
| Divi | 41 % | 48 % | 94 % | 18 % |
| Elementor | 36 % | 41 % | 88 % | 15 % |
Was daraus folgt:
- Die Schwachstelle ist das Laden, nicht die Reaktion. Elementor-Websites reagieren auf Klicks besser als das Web insgesamt. Die Behauptung, ein Builder verderbe vor allem die Bedienung, bestätigen diese Daten nicht.
- Ein großer Teil des Problems kann am Server liegen. Eine schnelle Serverantwort haben 15 % der Elementor-Websites, gegenüber 46 % aller Websites. Ein möglicher Grund: Kleinere Projekte auf günstigem Hosting greifen oft zu einem Builder.
- Die Tabelle beweist keine Ursache. Sie zeigt, wie Websites mit einer Technologie abschneiden, nicht warum. Besseres Hosting kann einer Elementor-Website auch ohne Neubau helfen.
Eine eigene Kategorie „eigener Code“ gibt es in diesen Daten nicht, deshalb nennen wir Ihnen keine Zahl, um wie viel er schneller ist. Messen Sie die konkrete Website, das Vorgehen steht weiter unten.
Sicherheit: jedes Add-on ist ein weiterer Lieferant
WordPress selbst ist nicht das Hauptproblem. Patchstack verzeichnete für 2025 insgesamt 11.334 neue Schwachstellen, 91 % in Plugins, 9 % in Themes und nur 6 im WordPress-Kern. Bei 46 % war die Korrektur des Entwicklers bei der Veröffentlichung nicht rechtzeitig fertig.
Bei Buildern ist wichtig, dass die Gefahr oft nicht vom Builder selbst ausgeht, sondern von Add-on-Paketen anderer Autoren. Unter den zehn am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen im selben Bericht steht auch ein älterer Fehler im Plugin Startklar Elementor Addons (bis Version 1.7.13), über den sich ohne Anmeldung eine Datei auf die Website hochladen ließ. Der Fehler lag nicht in Elementor, sondern in einem Add-on dazu. Genau so sammelt sich auf Websites das Risiko an.
Deshalb zählt eine regelmäßige Website-Betreuung und die Frage, wie viele unnötige Abhängigkeiten die Website überhaupt hat. Wenn Sie unter NIS2 fallen, geht es dabei auch um die Verantwortung für Lieferanten.
Und die KI-Suche?
Hier muss ein Mythos korrigiert werden. Elementor liefert fertiges HTML vom Server, KI-Crawler können den Text also lesen. Die Behauptung, sie sähen ihn wegen des Builders nicht, hält nicht stand. Fehlt eine Website in KI-Antworten, liegt es meist an etwas anderem: an Inhalten ohne konkrete Fakten, an schwachen Markensignalen oder an wichtigen Informationen, die in Bildern und PDFs stecken. Wir haben auch darüber geschrieben, ob man KI-Crawler blockieren sollte.
Vergleichen Sie Angebote über drei Jahre
Eine einfache Formel: Entwicklung + Betreuung + Hosting + Add-on-Lizenzen, alles über 36 Monate. Rechnen Sie auch ein, was eine Änderung kostet, die Sie nicht selbst machen können.
Ein Beispiel mit unseren Preisen: eine Business-Website ab €1.990 und die Jahresbetreuung für €440 ergeben über drei Jahre mindestens €3.310 plus Hosting. Die Betreuung enthält eine Arbeitsstunde pro Monat, Mehrarbeit kostet €40/h. Eine kleinere Website mit bis zu 5 Unterseiten beginnt bei €990. Schlüsseln Sie das andere Angebot genauso auf. Manchmal bleibt es günstiger, und dann gibt es keinen Grund, mehr zu zahlen.
Was Sie den Anbieter vor der Unterschrift fragen sollten
- Worauf wird die Website gebaut und warum? Ein guter Anbieter erklärt das ohne Fachjargon.
- Was kann ich selbst bearbeiten und was kostet der Rest? Lassen Sie es sich auflisten.
- Wer zahlt die Lizenzen für Builder und Add-ons und auf wessen Konto laufen sie? Endet eine Lizenz, können auch die Updates enden.
- Wer kümmert sich um Updates und Backups, und wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung getestet?
- Wie messen wir die Geschwindigkeit bei der Übergabe? Vereinbaren Sie Werkzeug, Seiten und Smartphone.
- Bekomme ich den Code und alle Zugänge, wenn ich eines Tages wechsle? Lassen Sie die Antwort in den Vertrag schreiben.
So finden Sie heraus, worauf Ihre Website läuft
- Öffnen Sie den Quelltext (in Chrome Strg+U, auf dem Mac Cmd+Option+U) und suchen Sie nach
elementor. Bei Divi suchen Sie nachet_pb. Wiederholt sich das Wort ständig, ist die Website in einem Builder gebaut. - Messen Sie die Website in PageSpeed Insights auf dem Tab Mobil. Achten Sie vor allem auf Daten echter Nutzer, falls Google sie hat. LCP, das Laden des Hauptinhalts, sollte bei höchstens 2,5 s liegen und INP, die Reaktion auf einen Klick, bei höchstens 200 ms. Laborwerte schwanken, ziehen Sie keine Schlüsse aus einer einzigen Messung.
- Sehen Sie sich die Plugin-Liste im Admin-Bereich an. Klären Sie, wer sie aktualisiert und ob Sie noch alle brauchen.
Ein Builder im Quelltext ist für sich genommen kein Problem. Ist die Website schnell, aktuell und bringt sie Anfragen, ändern Sie sie nicht nur, weil Ihnen jemand eine neue Technologie verkauft.
Wann was passt
Ein Builder reicht, wenn Sie eine kleine Website haben, das meiste selbst per Klick ändern wollen, das Budget knapp ist und die Website nicht Ihre Hauptquelle für Aufträge ist.
Eigener Code lohnt sich, wenn die Website Aufträge bringt, Sie in mehreren Sprachen bei Google gefunden werden wollen, Sie Anbindungen an andere Systeme brauchen oder Geschwindigkeit und Abhängigkeiten unter Kontrolle haben möchten.
Ein Neubau lohnt sich erst, wenn Sie benennen können, was Ihre heutige Website Sie kostet.
Häufige Fragen
Ist WordPress langsam? Nicht von sich aus. Die Geschwindigkeit hängt davon ab, was darauf gebaut ist, und vom Hosting.
Kann ich eine Website mit eigenem Code selbst bearbeiten? Nach Absprache. Der Blog und Bereiche, die Sie oft ändern, lassen sich dafür vorbereiten. Andere Änderungen macht ein Entwickler, klären Sie das deshalb vor Projektbeginn.
Lässt sich eine Elementor-Website ohne Neubau beschleunigen? Oft ja: ungenutzte Add-ons entfernen, Seiten vereinfachen, Hosting und Cache verbessern. Erst wenn das nicht reicht, ist eine neue Website sinnvoll.
Stand: 3. November 2026. Preise sind Ab-Preise. Messwerkzeuge ändern sich zwischen den Versionen, vergleichen Sie deshalb immer mit demselben Werkzeug.
Quellen: Patchstack: State of WordPress Security in 2026, HTTP Archive: Technology Report, web.dev: Largest Contentful Paint, web.dev: Interaction to Next Paint.